Entgegen dem big city boom [Edit Modell]

 

Experimenteller Entwurf : Wir Sind Dorf

 

 

Konzeptentwicklung
Konzeptentwicklung



Diese experimentelle Außernandersetzung mit dem Thema des Dorfes für die Zukunft beinhaltet im wesentlichen drei Grundgedanken :


Zunächst einmal geht es um die Unterscheidung von Natur, die für sich existiert und die für die Menschenversorgung zielgerichtete  Kultivierung von Natur. Bei Betrachtung der Fläche von 100 ha, die man für die autarke Versorgung von 400 Menschen landwirtschaftlich in Betrieb halten muss, stellt sich die Frage, wo die unberührte Natur noch existieren darf. Als Antwort darauf stellt die Architektur das Bild einer schützenden Mauer dar, bei der hinter ihr die Natur ohne die Berührung des Menschen weiterleben kann. Der Mensch selbst fokusiert sich auf die landwirtschaft und seiner Versorgung, sorgt aber gleichzeitig durch sein Bewohnen für  einen ausgleichenden Naturschutz.

 

Der zweite Gedanke ist der der räumlichen Organisation.
Das Raumprogramm des sich selbstversorgenden Dorfes beinhaltet die Oberthemen Naturkultivierung, Tierhaltung und Mensch. Um einen neuen Umgang bzw. ein neues Bewusstsein für diese Themen zu entwickeln, ist eine direkte Verbindung der drei Themen unumgänglich. Daher bietet sich die Typologie des Dreieckes ideal an, um jene  Anforderung gerecht zu werden.  Die einzelnen Gebäudeecken widmen sich dementsprechend einem Thema zu und erhalten gleichzeitig eine direkte Verbindung zueinander.


Der letzte Kernpunkt beinhaltet die Konsequenz dieser oben genannten Definitionen. Das Leben des Menschen ist folglich auf der Seite der Landwirtschaft ausgerichtet und verbindet mit  drei, jeweils 400 Meter langen Riegeln die  Oberthemen Naturkultivierung, Tierhaltung und Mensch. Auf dieser Strecke entsteht die neue Gemeinschaft des Menschen und schafft zugleich ein neues Bewusstsein für seine Umgebung.

Intro
Intro
Ebene O Dreiecke
Ebene O Dreiecke
Ebene 1 Dreiecke
Ebene 1 Dreiecke


Neue Gemeinschaft

Aufgrund der  konzeptionellen Trennung von Landwirtschaft und der von Menschen unberührten Natur, ist konsequenterweise auch das Leben der 400  Menschen auf ersteres ausgerichtet.


Räumlich bedeutet dies, dass alle 198 Wohneinheiten zur Landwirtschaft hin orientiert sind und auch von dieser Seite aus durch  einen 400m langen und 3m breiten Laubengang erschlossen werden. Der Laubengang als erweiterten Lebensraum bietet den Bewohnern die Möglichkeit stärker miteinander zu agieren und ein neues kollektives Bewusstsein zu entwickeln - miteinander statt nur nebeneinander. Desweiteren beherbergen die drei Wohnriegel Schalteinheiten und Räume mit flexiblem Raumprogramm, sodass die scheinbare Serialität Vielfältigkeit aufweist.

 

Auf materieller Ebene gibt es die Unterscheidung zwischen einem harten und einem weichen Material. Die steinerne Wand bildet die harte Grenze zwischen der von Menschen nicht berührbaren Natur und der Landwirtschaft. Sowohl die Wohneinheiten als auch der Laubengang selbst, bestehen dagegen aus dem weichen  Material Holz und lassen so die hinter der Grenze liegenden Natur erahnen. 

Ebene 0 + 1  linker Riegelabschnitt
Ebene 0 + 1 linker Riegelabschnitt
Ebene 0 + 1 rechter Riegelabschnitt
Ebene 0 + 1 rechter Riegelabschnitt


Dorfbaulicher Plan

Versucht man das Verhältnis des autarken Dorfkonzeptes von 100 ha für 400 Menschen  auf Deutschland zu übertragen, so bedeutet dies, dass man 202.500 Dörfer bräuchte, um die ca. 81 Mio. Menschen  unterzubringen. Dies würde eine Fläche von 20.250.000 ha entsprechen, sodass von den gesamten 36.Mio ha Fläche, die Deutschland zur Verfügung hat, 15.750.000 ha übrig bleiben würden. Geht man von den Bodennutzungsangaben des statistischen Bundesamtes aus, so bestehen momentan ca. 83% des deutschen Landes aus Landwirtschaftlichen Nutzflächen. Davon sind 53 % Acker und  knappe 30 % Forstwirtschaft. 11 % bestehen aus versiegelten  Böden, 3 % aus Wasserflächen und die restlichen 3 % aus sonstigen Flächen. Bei dem neuen Bodennutzungskonzeptes hätte man in Deutschland verteilt 50 % Ackerfläche, 5% unberührter Natur und nur noch 1,03% versiegelter Fläche. Der Rest stellt sich zusammen aus den bereits vorhandenen 30 % Forstwirtschaft, sowie den 3% Wasserfläche und den sonstigen Flächen. Es würden dann noch 11 % bzw knappe 4 Mio. ha Fläche übringbleiben, die man für ein zusammenhängendes Naturreservat nutzen könnte. Momentan liegt dieses  bei 3,5 % der Gesamtfläche.


Wegen dem kompletten Wegfallen von städtischen Strukturen  sowie deren raumprogrammatischen Angeboten in Form von Bildung, Kultur, Unterhaltung und Gewerbe, müssen die einzelnen Dörfer in ihrer Organisation so ausgelegt werden, dass sie solche Angebote aufnehmen können. Für größere Typologien wie zum Beispiel Schulen oder Krankenhäuser können eigene Gebäude ausgelegt werden. Diese würden in der Bodennutungsplanung unter “sonstige Flächen”  ausgelegt werden. Das Verteilen dieser Angebote bereichert die einzelnen Dörfer  durch Schaffung von  Individualität und Spezialisierung,
zumal es auch die Interaktion der Dörfer unter sich verstärken würde.

Dorfbaulicher Masterplan
Dorfbaulicher Masterplan

 

 

 

 

Ausschnittsmodell  1: 100                        [ with a little help from my friends ]

realität - realität
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links - rechts
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oben - unten
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Kommentare: 2
  • #1

    Rachi (Samstag, 04 Mai 2013 05:27)

    Das Rendering sieht gut aus. Hat was mexikanisches, wegen der Sonne und den etwas vertrockneten Pflanzen. Das Modell ist auch sehr schön geworden. Die Sachen können sich aufjedenfall mit den MA-Arbeiten die wir in Aachen gesehen haben messen.

  • #2

    a. (Samstag, 04 Mai 2013 15:44)

    Danke für deine Verwörterung. ja, an das Niveau in Aachen/ Stuttgart sollte man sich schon versuchen zu richten.