Das Ich - Land

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Kommentare: 3
  • #1

    rachi (Freitag, 14 März 2014 20:03)

    Ich habe mir jetzt noch mal "Die Todesinseln" von Arnold Böcklin angesehen, wobei mir von den vielen Versionen die Dritte am besten gefällt. (muss ich mir mal im original ansehen, wenn ich mal wieder in Berlin bin)

    Ich verstehe bei dir denke ich nicht wirklich die Bedeutung, aber bei der ursprünglichen Todesinsel gibt es an sich ja auch keine klare Bedeutung.
    Ich denke bei Böcklin ging es eher um die monumentale übermächtige und zugleich melancholische-romantische Stimmung, die Böcklin vielleicht mit dem Thema verbunden und zum Ausdruck bringen wollte.

    Technisch geht es bei dir eher ins surreale, als bei Bröcklin ins dramatisch-ikonographische.
    Ich weiss nicht ob das beabsichtig war, wobei sich dadurch bei dir die Objekte auch nicht mehr als reale Gegenstände vermitteln, sonder als ideale Darstellungen von Objekten.
    Die Zypressen beispielsweise sind zu perfekt gewachsen und gleichmäßig um als reale Bäume wahrgenommen zu werden. Da nimmt man eher das Symbol der Zypresse war. Dasselbe gilt für Steine und Meer. Sie sind an sich gut dargestellt, aber halt doch stark idealisiert und werden deshalb nicht direkt als "reale" Objekte wahrgenommen. Wenn es realistisch wirken soll, wäre es vielleicht besser sich an realen Referenzen zu orientieren.

    Inhaltlich kann ich nicht viel dazu sagen. Ich denke es ging dir anders als Böcklin nicht nur um die Atmosphäre. Ich verstehe die weitere Bedeutung allerdings nicht und finde auch keinen direkten Anhaltspunkt, der mich sofort dazu anreizt die einzelnen Elemente weiter zu hinterfragen.
    Das Einzige was mir dazu direkt auffiel war, dass mich das wiederkehrende Motiv dieses Kopfes etwas an Bart Simpson erinnert.
    Auch der Titel erschliesst sich mir nicht soweit, dass ich darüber weiter nachdenken müsste. Mir würde sich bei dem Vergleich 'Ich-Land'-'Todesinsel' nur die Frage stellen, warum auf dem Ich-Land die selben Bäume wachsen wie auf der Todesinsel.

  • #2

    arturoornelas (Freitag, 14 März 2014 23:25)

    Der Titel war zunächst eine kleine wörtliche Anspielung an das englische "island" ( i-land). Auf deutsch macht das mit dem Titel insofern noch Sinn, als das es sich um das Ich, als das Gegenteil von Wir oder Welt handelt. Ich denk, dass ne Insel immer auch was ein-zelnes ansich hat.

    Symbolik darf man nicht zu ernst nehmen, da sie austauschbar ist. Egal aus welcher Zeit. Der "Bart"-Vergleich besitzt sogar viel mehr Kraft, da er sich wenigstens auf die Form bezieht. Der Rest ist Komposition, Szenario, Technik, persönliche "Bröcklin Hommage" und irgendwas was ich selbst nie zuende weiss bzw. denke.

    Wenn es von vorne herein "schlüssig" erscheint, kann kein Raum mehr für ein "Vielleicht" oder eine Assoziation entstehen.

    Aber danke Dir jedenfalls für das recht große Schreiben. Habe ich gerne aufgenommen.

  • #3

    rachi (Samstag, 15 März 2014 00:50)

    Es kommt vielleicht auch auf die Person an. Ich selbst mag Dinge die Ich zumindest soweit verstehe, dass ich beurteilen kann ob ich das Objekt an sich erst mal interessant finde. Also unabhänig von dem versteckten Wert, den man sich erarbeiten muss, brauche ich erst mal etwas, was mein Interesse direkt weckt.
    Wenn ich erst mal nichts verstehe habe ich manch mal den verdacht, dass mich jemand mit seiner kryptik nur täuschen will und darauf hofft ich bilde mir mehr ein als wirklich da ist und halte Aussagen für intelligenter und tiefgründiger als sie wirklich sind.
    Andere sind vielleicht nicht so misstrauisch und finden vielleicht gerade diese schwierige Auseinandersetzung, die für den Betrachter erst mal anstrengend ist, interessant. Zumindest wenn sie sich sicher sind, dass es diese tiefere Bedeutung gibt und das Bild in wirklichkeit nicht einfach nur kryptisch und sinnlos ist.
    Das "Vielleicht" ist natürlich immer noch eine weitere Dimension, ich selbst mag es aber nicht, wenn ich das Gefühl habe nach dem 'Lavalampen-prinzip' etwas zu sehen wo eigentlich nichts ist. Das sind nämlich letztendes auch Prinzipien mit denen die Metaphysik und Esotherik sehr stark arbeitet.
    Aber wie gesagt ist es eine sehr rationale-misstrauische herangehensweise an solche Werke.